Ein Hauptpfeiler der Demokratie ist die freie Meinungsäußerung. In den vergangenen fünf Monaten sind bereits mehr als 1600 Demonstrierende bei der Ausübung jenen Rechtes festgenommen worden. Einige davon sind in sind in der umstrittenen Strafanstalt San Uk Lan Holding Center untergebracht und ihnen wurde bis Dato der Familien- und noch schwerwiegender, der Anwaltsbesuch seitens der Polizei verweigert. Berichten zufolge erlitten einige Demonstranten bei der Verhaftung oder nachträglich Verletzungen, darunter schwere Blutergüsse und Knochenbrüche, die erst viele Stunden später angemessen medizinisch behandelt wurden. Weibliche Demonstrierende wurden während ihrer Inhaftierung von der Polizei sexuell belästigt oder mussten sich demütigender Untersuchungen vor versammelten Polizistenmannschaften unterziehen lassen. Trotz dieser Kontroversen ignorierte die Regierung die Aufforderungen von Gesetzgebern und unparteiischen Schiedsrichtern die Haftanstalt zu besuchen zu können. Bis jetzt gibt es keine Möglichkeit, die Berichte auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Deshalb bleibt unsere Forderung nach einer unparteiischen Kommission zur Untersuchung von Polizeigewalt weiter bestehen.

Am 31. August stürmte die Bereitschaftspolizei mit Schlagstöcken und Pfefferspray bewaffnet in ein Zugabteil der U-Bahn und griff wahllos unschuldige Passagiere an. Viele wollten nur nach dem Abendessen nach Hause zurückkehren. Dabei wurden unzählige Zivilisten verletzt; einige wurden bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt. Die gesamte Station wurde direkt geschlossen und Journalisten, und viel schwerwiegender medizinischem Personal wurde der Zugang verweigert. Bis heute ist der Verlauf nicht eindeutig geklärt und die Verkehrsbehörde (MTR) weigert sich die Videoaufnahmen der Überwachungskameras zu veröffentlichen.

Bis dato haben bedauerlicherweise mindestens neun Menschen den Freitod gewählt und dabei ihr Verzweiflung zur Entwicklung Hongkongs zum Ausdruck gebracht. Eine Arzthelferin und eine Journalistin haben am Rande der Demonstration durch Gummigeschosse der Polizei ihr Augenlicht verloren. Der Druck durch Arbeitgeberinnen mit Verbindungen nach China hat enorm zugenommen und es wurden bereits vielen Menschen Aufgrund ihrer politischen Haltung gekündigt. Siebzehn Wochen Protest haben ihren Tribut gefordert und dabei Hongkongs hässlichste Seite nach Außen gekehrt.

Es gibt jetzt kein Zurück mehr, bis unsere Forderungen bis zur letzten erfüllt sind.